Reiseblog No. 5 // Fazit Äthiopien und die Erkenntnis: Wir sind näher dran, als wir denken

Unsere Besuche in Äthiopien neigen sich dem Ende zu. Die Tage waren intensiv. Ich wurde mit Situationen konfrontiert, die ich in meinem Leben zuvor noch nicht erlebt habe. Menschen ohne Hände reichten mir ihren Arm zu begrüßen. Menschen ohne Beine umarmten mich voller Freude. Und all das, was sich sich vielleicht erschreckend liest, war irgendwann normal. Ich will nicht lügen: am Anfangs hatte ich Berührungsängste.

Doch vielmehr hat es mir zwei Sachen gezeigt: Menschen, die absolut nichts haben, scheinen oft glücklicher zu sein, als viele der westlichen Welt, die alles zu haben scheinen. Sie sind so dankbar über unsere Hilfe, dass ich teilweise nur noch überwältigt war. Ahmed hat es auf den Punkt gebracht: „Du bist zufällig in Deutschland geboren. Diese Menschen zufällig in Äthiopien. Wir sind alle gleich.“ Also Wie können wir entspannt zu Hause sitzen und so tun, als ob die Probleme weit entfernter Völker nichts mit uns zu tun habe, wenn wir gleichzeitig den nächsten Thailandurlaub planen?

Addis Abeba weint, als wir gehen.

Gemeinsam mit Christine mache ich mich auf den Weg zum Flughafen. Im strömenden Regen schieben wir unsere Gepäckwägen die Rampe zur Abflughalle rauf. Nach einer Woche Äthiopien heißt es jetzt, raus aus Addis, rein ins nächste Abenteuer. Auf der Anzeigetafel am Gate blinkt unser Ziel in leuchtenden Lettern: „Entebbe“. Auf nach Uganda. Zu diesem Zeitpunkt weiß ich lediglich den groben Plan für die nächsten Tage und, dass der Fokus auf Humanitären Hilfsprojekten liegt. Was ich noch nicht mal erahnen kann ist, was mich bald erwartet.